2014 – 100 Jahre Erster Weltkrieg

Quelle: http://www.lnmm.lv/ru/lnmm-g/

Quelle: http://www.lnmm.lv/ru/lnmm-g/

Die Petersburger Konferenz fällt in das Jahr, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt. Dieses Ereignis wird in fast allen, damals am Krieg beteiligten Ländern mehr oder weniger intensiv mit Veranstaltungen und Ausstellungen begangen. Das Deutsche Historische Museum beispielsweise wird eine große Ausstellung im Pei-Bau zeigen, ebenso das Staatliche Historische Museum in Moskau sowie viele andere russische Museen. Für die Teilnehmer unserer Konferenz ist der Besuch des eigens neugegründeten Museums für den Ersten Weltkrieg in Carskoe Zelo vorgesehen (die Eröffnung ist für den 1.9.2014 geplant). Überhaupt fällt gerade in Russland eine stark von oben gesteuerte Erinnerung an einen über lange Zeit vergessenen Krieg auf. Den meisten dieser Ausstellungen liegen klassisch historische, kulturgeschichtliche oder auch militärgeschichtliche Konzeptionen zugrunde und stellen damit die Politik- und Diplomatiegeschichte in gewohnter Weise in den Vordergrund.

Ganz anders geht eine Ausstellung in der Kulturhauptstadt Europas, in Riga, im Lettischen Nationalen Kunstmuseum mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg um. Continue reading

Museumspolitik und die Freiheit der Kultur

Museen im Spannungsfeld zwischen statistischer Selbstdarstellung und Daseinsvorsorge

Autor: Dr. Dr. Markus Walz, Professor für Theoretische und Historische Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

1. Museen sind unpolitisch
Am Anfang vieler Museen stehen urpersönliche Leidenschaften für bestimmte Dinge, individuelle Forschungen und Naturbeobachtungen, bei denen Sammlungsstücke zusammenkommen, oder, als geläufigste Motivation, Befürchtungen, dass bestimmte Dinge verschwinden könnten, so sie nicht „gerettet“ werden. Manche Sammelnden verstanden es, Sympathie für ihr privates Anliegen zu wecken und so eine Interessengruppe hinter sich (oder taktischer: vor sich) aufzustellen. Gewiss, es gibt etliche staatstragende Museen, die aus fürstlichen Sammlungen hervorgingen oder von der Obrigkeit mit großer Geste eröffnet wurden, doch ist dies nicht der Regelfall. Gesellschaftlich relevant, „politisch“ wurden viele Museen erst im Laufe ihrer Existenz.
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The View from the United States

duggal_03dec12We recently had the opportunity to speak with Elizabeth Duggal, chairman of ICOM-US about the upcoming conference in St. Petersburg.  Said Elizabeth,  Associate Director for Public Engagement, Smithsonian National Museum of Natural History and Director, International Museum Professional Education Program at the Smithsonian Institution, “From the American perspective, our goal is to partner with our fellow ICOM committees to facilitate a global dialogue.  This topic, developed by the Russians, resonated with the ICOM-US board when we were invited to participate.”

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Museen und politischer Wandel

13.12.2013Lindas Anmerkungen zur Ukraine, der Bedeutung des Einsatzes eines jeden Einzelnen von uns und zu unserer Konferenz haben mich beschäftigt und mich an meine eigenen Erfahrungen in einem weiteren Land der Region, in Belarus, erinnert. Ich habe dort bis vor ein paar Monaten drei Jahre gelebt und persönlich ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Linda in der Ukraine. Es sind die Menschen, auf die es ankommt, es sind die persönlichen Beziehungen, die das gegenseitige Bild voneinander prägen. Und es sind die Menschen, die Veränderungen herbeiführen und wenn es noch so lange dauert, wie wir das jetzt in Belarus beobachten. Denn auch dort, das haben mir die Jahre vor Ort gezeigt, passiert etwas, auch wenn wir das nicht wahrnehmen. Die Gesellschaft verändert sich, die Menschen machen ihre Erfahrungen – die einen auf Reisen und im internationalen Austausch, die anderen durch die Folgen der Globalisierung, die auch Belarus erreicht hat.

Bei diesem Prozess spielen die Museen eine ganz besondere Rolle. Continue reading

Note From the Project Team

Dear readers, unfortunately we are encountering some technical difficulties with our translation tool. We’re working to solve them, but in case it doesn’t work for you please copy and paste the URL or the text to Microsoft Translator, Google Translate or any other service to read. We’ll solve as soon as possible. Thanks!

Museum und Macht – Ein Besuch im vorarlberg museum

vorarlberg museumVor kurzem hatte ich die Möglichkeit, das neu eröffnete vorarlberg museum in Bregenz/ Österreich zu besuchen. Bereits vor einem guten Jahr konnte ich im Rahmen der ICOM Bodenseekonferenz den Rohbau besichtigen und das Museumskonzept kennenlernen.
Nun war ich höchst gespannt, wie das ambitionierte Projekt umgesetzt wurde.
Um es vorweg zu nehmen: Es gibt viele Dinge, die mich an diesem Museum begeistern. Hier möchte ich mich aber auf das Thema Macht und Museum beschränken.

Das vorarlberg museum halte ich für ein gutes Beispiel wie es Museen gelingen kann, die Deutungshoheit und damit die Macht über die Dinge, ihre Geschichten und ihre Wahrnehmung in Frage zu stellen: Es macht seinen Besuchern das Angebot, die Mechanismen eines Museumsbetriebs zu verstehen, die Autorität der Institution (genauer: der darin tätigen Menschen) zu hinterfragen und lädt sie zugleich ein, ihre Sichtweisen und ihr Wissen in die präsentierte(n) Geschichte(n) einfließen zu lassen.
Das Schlagwort „Partizipation“ ist mittlerweile in aller Munde. Aber nicht selten verbirgt sich hinter der lautstark verkündeten Parole keine wirklich ernst gemeinte Einladung zur Teilhabe. Dem vorarlberg museum ist es gelungen, diese Angebote unaufgeregt und wie selbstverständlich in die Ausstellung hinein zu weben. Continue reading

Should I Go to Russia?

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Last week was a strange combination:  the launch of this site and discussions about politics and power;  an American Thanksgiving;  and the distressing turn of Ukraine’s leaders away from Europe back towards Russia generating ongoing, heartening, peaceful yet scary protests in Kyiv and many other Ukrainian cities, followed by violent police crackdowns.

They seem unconnected right?  But in fact, they are connected and those connections are a large part of the personal reasons why I’m going to St. Petersburg next year.  I first went to Ukraine in 2009 as a Fulbright Scholar, technically an official representative of the United States.  But what I discovered, through the active questioning of my graduate students (many of whom I see out in the protests this week) and gradual connections with my museum colleagues (who I also see out and supporting the protests)  that I came as an American, but in many ways, I represented me–a set of values and experiences that are distinctly American but also distinctly my own.  It became clear during those first months, and in many subsequent visits to Ukraine, that those connections, those personal ties we make are what really matters.  So although I disagree deeply with the current Ukrainian government, with the Russian government (and even sometimes with my own government),  I know that my participation is important. Continue reading

Politik im Museum

Экспозиция в Музее политической истории в С-Петербурге

Daueraustellung im Museum für Politische Geschichte in St. Petersburg

Bisher war viel die Rede vom institutionellen Verhältnis von Museum und Politik. Wie sieht es aber aus mit der Politik im Museum, ihrer Darstellung in der Ausstellung? In den Snippets berichtet ein Kollege von seinen Eindrücken aus Jarkarta, wo die offizielle Präsentation der Geschichte eine ganz andere war, als die Sicht der westlichen Welt. Dies ist in vielen Ländern so, wie z.B. in Belarus, von wo Alla ihre Eindrücke schildert. Hier trifft in der Regel nicht zu, was Andreas Grünewald Steiger für das Museum konstatiert, dass nämlich jedes Museum per se politisch sei, weil es „gestaltend, fördernd und entwickelnd“ agiert. Auch die von ihm postulierte Unabhängigkeit von Politik und Kultur gibt es hier nicht, wenngleich natürlich einzelne „handelnde Köpfe“ ihr bestes tun, in den gegebenen Bedingungen Freiräume zu schaffen. Alla schreibt, dass Politik eher auf die Museen wirkt als umgekehrt, zumal im postsowjetischen Raum. Mir kommt dabei das Museum für Politische Geschichte in St. Petersburg in den Sinn, wo unsere Konferenz stattfinden wird. Continue reading

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