2014 – 100 Jahre Erster Weltkrieg

Quelle: http://www.lnmm.lv/ru/lnmm-g/

Quelle: http://www.lnmm.lv/ru/lnmm-g/

Die Petersburger Konferenz fällt in das Jahr, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt. Dieses Ereignis wird in fast allen, damals am Krieg beteiligten Ländern mehr oder weniger intensiv mit Veranstaltungen und Ausstellungen begangen. Das Deutsche Historische Museum beispielsweise wird eine große Ausstellung im Pei-Bau zeigen, ebenso das Staatliche Historische Museum in Moskau sowie viele andere russische Museen. Für die Teilnehmer unserer Konferenz ist der Besuch des eigens neugegründeten Museums für den Ersten Weltkrieg in Carskoe Zelo vorgesehen (die Eröffnung ist für den 1.9.2014 geplant). Überhaupt fällt gerade in Russland eine stark von oben gesteuerte Erinnerung an einen über lange Zeit vergessenen Krieg auf. Den meisten dieser Ausstellungen liegen klassisch historische, kulturgeschichtliche oder auch militärgeschichtliche Konzeptionen zugrunde und stellen damit die Politik- und Diplomatiegeschichte in gewohnter Weise in den Vordergrund.

Ganz anders geht eine Ausstellung in der Kulturhauptstadt Europas, in Riga, im Lettischen Nationalen Kunstmuseum mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg um. Unter dem Titel „1914“ wird sie Bildende Kunst zum Ersten Weltkrieg zeigen, sowohl zeitgenössische als auch Gegenwartskunst. Das allein wäre nicht neu, aber die Ausstellung verfolgt das Ziel, „die  gesellschaftliche Diskussion über Fragen der Identität und Geschichte Europas zu stimulieren, über die Beziehung von Macht und Freiheit, Krieg und Menschlichkeit sowie über deren Widerspiegelung in der Kunst“. Anders als die überwiegend traditionellen Ausstellungen in den historischen Museen Europas, deren Konzepte von vorne herein einen Deutungsanspruch zu gesellschaftlich und politisch übergreifenden Fragen der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik postulieren, tritt die lettische Ausstellung an, einen offenen Beitrag (zum Ersten Weltkrieg) zu einem offenen Thema (der Identität Europas) zu bieten, also eher Fragen zu stellen als Antworten zu geben. Es leistet damit einen ganz eigenen Beitrag zum Thema „Museum und Politik“ bzw. „Museum und (Deutungs-) Macht“, der möglicherweise gerade angesichts der normativen Museums- und Ausstellungspolitik Russlands im Jahr des Erinnerns an 1914 unserer Konferenz einen wichtigen Impuls geben kann.

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4 comments on “2014 – 100 Jahre Erster Weltkrieg
  1. Pingback: Museums, Politics and Power | 100 Jahre Erster Weltkrieg – Was machen die Museen?

  2. On the 100th anniversary of the First World War opened the exhibition “Man on the field of death.” Exhibition prepared by several museums and the Russian Red Cross.
    К 100-летию начала Первой мировой войны в Москве открыта выставка «Человек на поле смерти». Выставка подготовлена Музеем Н.А. Островского «Преодоление» совместно с Московским литературным Музеем-центром К.Г. Паустовского, Московским государственным музеем С.А. Есенина, Московским мемориальным музеем А.Н. Скрябина и Российским Красным Крестом.
    Выставка рассказывает о том, как глубина военной трагедии коснулась таких ярких личностей, как писатель и глубокий лирик К.Г. Паустовский, выдающийся поэт С.А. Есенин, писатель – гуманист, ставший символом мужества и преодоления для многих людей в разных концах земного шара Н.А. Островский, композитор А.Н. Скрябин. Герои выставки «Человек на поле смерти» видели войну «изнутри». Обладая талантом чувствовать и понимать, владея пером, владея искусством создавать музыку, каждый из них по-своему нес эту истину о войне людям, чтобы и сегодня, и завтра эта истина могла служить им предостережением от больших бед. Выставка продлится с 14 марта по 1 мая. http://museumpreod.ru/vistavki.html

  3. Pingback: Museums, Politics and Power | Museum & Politik: Blitzlicht Nationales Kunstmuseum Lettland

  4. Pingback: Tradicia - History Service

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