Objektaufrufe – Fluch oder Segen?

Gerade hört man wieder von vielen Museen, die Objektaufrufe starten, häufig im Zusammenhang mit einer Ausstellung zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges. So plant das Eisenacher Stadtarchiv eine Ausstellung, die den Krieg innerhalb von Familiengeschichten und Einzelschicksalen widerspiegelt. Dafür bat der Archivleiter die Bevölkerung der Stadt und Region um Objekte und Materialien. Offenbar stößt der Aufruf auf großes Interesse, die Menschen bringen zusammen mit ihren Materialien ihre Geschichten ins Museum.  Aber auch bei anderen Themen der Orts- und Regionalgeschichte setzten Museen immer wieder auf die Mitwirkung der Bürger, wie aktuell das Hamburg Museum zur Geschichte des Stadtparks.

Museen nutzen solche Sammelaufrufe für Sonderausstellungen, aber auch um die Sammlung zu erweitern. Zudem sind sie eine Möglichkeit der derzeit immer wieder eingeforderten Partizipation, also Einbindung der Besucher und örtlichen Bevölkerung in die Museumsarbeit. Gerade bei regionalgeschichtlichen Themen ist „Citizen Science“ eine Chance für die Museen, in der Forschungsarbeit auf das Wissen der Bevölkerung zurückzugreifen. Auf der anderen Seite ist die damit verbundene Arbeit – Betreuung der Besucher, Bearbeitung der Exponate – gerade von kleinen Museen oft nicht zu leisten.

Wie also umgehen mit Sammelaufrufen? Sollte man lieber darauf verzichten, keine zusätzlichen „Baustellen“ im ohnehin überlasteten Museumsalltag schaffen oder doch auf Kommunikation und Vernetzung mit der Bevölkerung setzen zum Wohle der Sammlung und vielleicht sogar der Besucherzahl? Teilen Sie Ihre Erfahrung mit uns!

Sammelaufrufe im Museum ...
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3 comments on “Objektaufrufe – Fluch oder Segen?
  1. I think there are several great issues raised, Kristiane. One is whether the objects become a part of the collection or whether they are loaned just for an exhibition. Of course, once accepted into the funds, they become a permanent obligation so that process must be very thoughtful. But, I think a great part of an open call is that it makes possible to include objects and memories that might otherwise not be included. Certainly here in the US, and I’m sure in other countries as well, various groups have been left out or marginalized in the collections of history museums. Open calls, combined with serious fieldwork, represents a chance to truly represent our communities. So absolutely worth the effort!

  2. Недавно на меня произвела сильное впечатление позиция специалистов Музейных собраний Мюнхена, которые отстаивают право избавляться от “лишнего” в музейных фондах. В этом случае, и в ситуации, описанной Кристианой Янеке, вопрос сводится к следующему: кто определяет политику коллекционирования, за кем остается последнее слово в процессе превращения предмета музейного значения в музейный экспонат. Но проблема, на мой взгляд, шире: что именно должны мы отбирать из нашей многоречивой и разнопредметной жизни, чему, каким объектам мы желаем придать статус вечности. Этот вопрос остается дискуссионным.

  3. Irina erweitert die Debatte um zwei Fragen: Was ist wert, gesammelt zu werden und was nicht? Und: Woran wollen wir erinnern? Beides sind zentrage Fragen des Sammels überhaupt. Ich frage mich, wie die Kollegen in der Ukraine im Moment darüber denken? Diese Frage kam schon in dem Interview von Linda mit Ihor Poshyvailo zur Sprache. Dürfen Museen jetzt an ihre Sammlungen denken?

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