1914-2014 – Der Weltkrieg im Museum

Eröffnung der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

Eröffnung der Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

In der letzten Woche hat das Deutsche Historische Museum eine große Ausstellung zur Geschichte des Ersten Weltkrieges eröffnet. Zwar thematisiert die Ausstellung selbst die Ereignisse zwischen 1914 und 1918, doch hat die internationale Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen der Ausstellung mit Leihgaben vieler Länder, darunter Großbritannien, Frankreich, Polen und Russland, auch die Frage einer gemeinsamen europäischen Erinnerung aufs Neue gestellt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion über eine kollektive europäische Identität ist dies ein durchaus politisches Thema für viele Museen. Die Schwerpunkte bei den Veranstaltungen zum Gedenken an den 100. Jahrestag, wozu auch viele Ausstellungen gehören, spiegeln die unterschiedlichen Narrative der damals am Krieg beteiligten Staaten. Diese waren kürzlich das Thema eines Symposiums des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Berlin, auf dem sich der Historiker Thomas Weber skeptisch zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerung äußerte. Die historischen Museen und Ausstellungen in Europa scheinen ihm Recht zu geben, thematisieren sie doch die jeweils für die eigene Nation prägenden Erfahrungen und Wahrnehmungen, die nicht zuletzt auch beim Ersten Weltkrieg teilweise weit auseinander gehen.

Man mag dies als eine notwendige Etappe auf dem Weg zu einer gemeinsamen Erinnerung sehen oder auch Dokumentation der vielen Mosaiksteine, aus denen sich eine solche gesamteuropäische Erinnerung zusammensetzen müsste. In jedem Fall spielen die Museen sowohl als Spiegel als auch als Impulsgeber für die Diskussion eine wichtige Rolle. Dies bestätigte die Direktorin des Hauses der Europäischen Geschichte, Taja Vovk van Gaal, und berichtete von den ebenso inspirierenden wie schwierigen Diskussionen des multinationalen Teams für den Aufbau des Museums. Für sie aber steht fest: Es kann und wird eine gemeinsame europäische Identität geben, in die die verschiedenen Erinnerungen, darunter an den Ersten Weltkrieg, einfließen werden. Es sind gerade die Museen, so Vovk van Gaal, die eine „heilende Wirkung“ haben.

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