Museum & Politik: Blitzlicht Nationales Kunstmuseum Lettland

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Andris Breže: Dove of Peace, 2014

Die hier schon mal erwähnte Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Riga ist in der Zwischenzeit eröffnet worden. Kürzlich hatte ich Rahmen einer Konferenz zum Thema „Der Krieg 1914 und der Modernismus“ Gelegenheit, sie zu sehen. Hatte mich schon zuvor das Konzept fasziniert, hat mich nun auch die räumliche Umsetzung überzeugt: Die Verbindung von Geschichte und Kunst aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie individueller Kriegserfahrung und zeitgenössischer Kunst. Nach wie vor sehe ich darin einen eigenen und sehr spezifischen Beitrag zum Jahrestag, der zum Nachdenken über den Weltkrieg anregt, aber auch eine wohl einmalige Chance bietet, Kunst aus Ländern zu sehen, die wir hierzulande oft nicht ausreichend wahrnehmen: Serbien, Kroatien, Tschechien, Slowakei, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien und Ungarn. Continue reading

Objektaufrufe – Fluch oder Segen?

Gerade hört man wieder von vielen Museen, die Objektaufrufe starten, häufig im Zusammenhang mit einer Ausstellung zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges. So plant das Eisenacher Stadtarchiv eine Ausstellung, die den Krieg innerhalb von Familiengeschichten und Einzelschicksalen widerspiegelt. Dafür bat der Archivleiter die Bevölkerung der Stadt und Region um Objekte und Materialien. Offenbar stößt der Aufruf auf großes Interesse, die Menschen bringen zusammen mit ihren Materialien ihre Geschichten ins Museum.  Aber auch bei anderen Themen der Orts- und Regionalgeschichte setzten Museen immer wieder auf die Mitwirkung der Bürger, wie aktuell das Hamburg Museum zur Geschichte des Stadtparks. Continue reading

Museum & Politik: Blitzlicht Stadtmuseen Berlin

© Stadtmuseum Berlin (Foto: Michael Setzpfandt)

© Stadtmuseum Berlin (Foto: Michael Setzpfandt)

Dr. Franziska Nentwig, Generaldirektorin
Stiftung Stadtmuseum Berlin im Gespräch

Frau Nentwig, Sie leiten fünf sehr unterschiedliche Museen unter dem Dach der Stiftung Stadtmuseum Berlin. In einem Film über die Museen sprechen Sie von Ihrem Haus als “Stenograph und Gedächtnis Berliner Geschichte und Kultur”. Welche Rolle spielen Museen für Sie bei der Formung und auch Weiterentwicklung kollektiver Identitäten, in diesem Fall Berlins – einer Stadt, die zugleich Hauptstadt Deutschlands und zugleich ein einzigartiges Symbol für die kulturelle und internationale Vielfalt unseres Landes ist?

Museen sind qua Aufgabe Orte der Erinnerung. Sie bewahren, erforschen Sachzeugnisse der Vergangenheit und präsentieren sie – und das macht für mich ganz persönlich den eigentlichen Reiz der Arbeit im Museum aus – im Kontext gegenwärtiger Fragestellungen. Im Fall der Stiftung Stadtmuseum Berlin und ihrer fünf Museumsorte geht es um Objekte der Kultur und Geschichte. Sie repräsentieren auf vielfältige Weise Lebensäußerungen von Menschen, für die Berlin Heimat oder gewählter Lebensort war. Continue reading

The Guillotine: On display or not?

The newspaper “Sueddeutsche Zeitung” recently reported about the discovery of a guillotine in the museum depot of the “Bayerisches Nationalmuseum”. Since then a controversial discussion has emerged, not only among the experts. This guillotine is not just any killing machine, it is without much doubt the device that was used to execute Hans and Sophie Scholl and Christoph Probst on February 22, 1943. Should an object like this be put on display at all? Continue reading

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